Orthopädische SchmerzTherapie München

Stoßwellentherapie

Fersensporn.

Wieder gut zu Fuß

Der erste Schritt am Morgen ist oft der schwerste: Bei einem gereizten Fersensporn sticht die Ferse besonders nach Ruhephasen (Anlaufschmerz), läuft sich dann etwas ein – und meldet sich bei längerer Belastung zurück. Die gute Nachricht vorweg: Der Sporn selbst ist meist gar nicht das Problem, und die eigentliche Ursache lässt sich in aller Regel ohne Operation behandeln.

Sporn und Sehnenplatte: Wer hier eigentlich schmerzt

Unter der Fußsohle verläuft eine kräftige Sehnenplatte (Plantarfaszie) vom Fersenbein bis zu den Zehen. Gespannt wie eine Bogensehne trägt sie das Fußgewölbe bei jedem Schritt. Wird sie dauerhaft überlastet, entsteht an ihrem Ansatz am Fersenbein eine Reizung – die Plantarfasziitis (Entzündungsreaktion der Sehnenplatte). Der „Sporn", ein kleiner knöcherner Ausläufer am Fersenbein, wird im Röntgenbild sichtbar, ist aber eher Begleiterscheinung als Ursache: Schmerzhaft ist meist nicht der Sporn selbst, sondern das gereizte Gewebe darum herum.

Diese Unterscheidung ist mehr als ein Detail. Sie erklärt, warum die Behandlung nicht darauf zielt, den Sporn zu entfernen – sondern darauf, die Reizung zu beruhigen.

Wie es zur Überlastung kommt

Die Reizung entsteht selten über Nacht. Meist summiert sich die Belastung: viele Stunden im Stehen, lange Wege auf hartem Boden, ein ehrgeizig gesteigertes Lauftraining – manchmal auch Schuhwerk, das dem Fußgewölbe wenig Halt gibt. Auch das Körpergewicht kann eine Rolle spielen, denn jede zusätzliche Last läuft bei jedem Schritt über die Ferse. Diese Auslöser zu kennen lohnt sich doppelt: Sie erklären die Beschwerden, und sie zeigen, wo sich im Alltag am leichtesten entlasten lässt.

Einordnung: schonend beginnen

Für eine möglichst schonende und zugleich effektive Therapie ist eine exakte Diagnose nötig: Sitzt der Schmerz wirklich am Sehnenansatz, oder kommt eine andere Ursache infrage? Steht die Diagnose, gilt das Prinzip der Therapietreppe. Die Stoßwellentherapie ist hier eine schonende, nicht-operative Option – sie kommt ohne Medikamente aus und wird ausgeschöpft, bevor invasivere Schritte überhaupt zur Debatte stehen.

Wie die Stoßwellen wirken

Die konzentrierten Schallwellen werden von außen gezielt auf den gereizten Sehnenansatz an der Ferse gerichtet. Sie fördern die Durchblutung im überlasteten Gewebe und lindern so den Schmerz; zudem scheint die kräftige mechanische Stimulation die Schmerzverarbeitung günstig zu beeinflussen. Das Ziel ist klar: Die Sehnenplatte soll zur Ruhe kommen und ihre Arbeit wieder klaglos verrichten – der Sporn im Röntgenbild darf dabei bleiben, wo er ist. Die Behandlung kommt ohne Medikamente aus und lässt sich bei Bedarf problemlos wiederholen – gerade für alle, die Schmerzmittel lieber meiden möchten, ein gewichtiges Argument.

So läuft die Behandlung ab

Für die Behandlung liegen Sie entspannt, die Ferse ist gut zugänglich. Der Applikator (das Handstück des Stoßwellengeräts) wird mit einem Kontaktgel auf die schmerzhafte Stelle gesetzt; die Impulse dringen von dort in das Gewebe ein. Eine Sitzung dauert insgesamt etwa 10 bis 20 Minuten, findet ambulant statt und erfordert in der Regel keine Betäubung. In der Regel sind drei bis fünf Sitzungen nötig, im Abstand von etwa einer Woche – danach lässt sich in Ruhe beurteilen, wie die Ferse reagiert.

Was die Behandlung unterstützt

Die Stoßwelle wirkt am besten im Verbund. Dehnübungen für Wade und Fußsohle nehmen Zug vom gereizten Ansatz, und eine Einlagenberatung sorgt dafür, dass die Ferse im Alltag entlastet wird – vom Arbeitsschuh bis zum Laufschuh. Welche Übungen und Einlagen bzw. Gelpolster zu Ihrem Fuß passen, besprechen wir anhand des Befunds. Läuferinnen und Läufer finden weitere Hinweise in Kürze auf unserer neuen Seite Sportverletzungen.

„Viele Patienten zeigen mir ihr Röntgenbild und fragen: Muss der Sporn weg? Meine Antwort ist fast immer: nein. Der Sporn ist nur der sichtbare Zeitzeuge einer Überlastung – weh tut das gereizte Gewebe darum herum. Genau dort setzen wir an: mit der Stoßwelle, mit Dehnung, mit der richtigen Entlastung. Wenn die Reizung abklingt, dürfen Sporn und Patient in Ruhe miteinander alt werden."

Dr. med. Jürgen Schwickal-Melotüber den Fersensporn

Häufige Fragen

Muss der Fersensporn entfernt werden?

In aller Regel: nein. Schmerzhaft ist meist die gereizte Sehnenplatte, nicht der knöcherne Sporn. Die Behandlung zielt deshalb auf die Reizung – lässt sie nach, stört der Sporn üblicherweise nicht mehr.

Wie schnell lassen die Schmerzen nach?

Das ist individuell verschieden. Sehnengewebe erholt sich langsamer als etwa Muskulatur; geben Sie der Ferse deshalb Zeit und bleiben Sie bei Dehnübungen und Entlastung konsequent. Wie die Behandlung anschlägt, prüfen wir gemeinsam nach den ersten Sitzungen.

Kann ich weiter joggen?

Nicht pauschal ja oder nein – entscheidend ist die Belastungssteuerung. Häufig lässt sich das Training angepasst fortführen, manchmal ist eine Pause die klügere Wahl. Das legen wir anhand Ihres Befunds gemeinsam fest.

Reichen Einlagen allein?

Einlagen entlasten – die Reizung beheben sie allein aber selten. Am besten wirken die Bausteine zusammen: die Stoßwelle für die Heilung, Dehnung gegen den Zug am Sehnenansatz, Einlagen bzw. Gelpolster und gutes Schuhwerk für den Alltag. In welcher Gewichtung, hängt von Ihrem Befund ab.

Was kostet die Behandlung?

Die Stoßwellentherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird in der Regel von den privaten Krankenversicherungen erstattet. Über den zu erwartenden Nutzen, den Ablauf und die Kosten informieren wir Sie vor Behandlungsbeginn persönlich. Mehr dazu: die Übersicht Stoßwellentherapie.

Ihr nächster Schritt

Wenn jeder Morgen mit stechenden Fersenschmerzen beginnt, muss das kein Dauerzustand bleiben. Vereinbaren Sie einen Termin – wir klären die Ursache, und Sie erfahren offen, was die Stoßwelle bei Ihrer Ferse leisten kann und welche Maßnahmen dazugehören.

Termin vereinbaren089 – 201 89 006
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