Orthopädische SchmerzTherapie München

Glossar

Fachbegriffe, verständlich erklärt.

Medizin muss nicht kompliziert klingen. Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe aus Diagnostik und Therapie — kurz erklärt, von A bis Z.

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93 Begriffe · 100 Verweise

A

Achillodynie

Achillessehnenreizung

Achillodynie ist der Überlastungsschmerz der Achillessehne. Typisch sind Anlaufschmerzen am Morgen oder zu Trainingsbeginn und eine druckempfindliche, oft verdickte Sehne oberhalb der Ferse. Häufige Ursachen sind Trainingsfehler, Fußfehlstellungen und eine verkürzte Wadenmuskulatur.

Akupunktur

KörperakupunkturOhrakupunktur

Die Akupunktur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin: Feine Nadeln werden an definierten Punkten gesetzt, um Schmerzen zu lindern. Bei bestimmten chronischen Beschwerden, etwa an der Lendenwirbelsäule oder bei Kniearthrose, ist sie eine anerkannte Behandlungsmethode.

Ambulant

stationär

„Ambulant“ bedeutet: Untersuchung oder Eingriff finden ohne Übernachtung im Krankenhaus statt — der Patient kann die Praxis meist nach einer kurzen Ruhephase wieder verlassen. Das Gegenstück ist die stationäre Behandlung mit Klinikaufenthalt.

Anamnese

Die Anamnese ist das ausführliche Gespräch am Beginn jeder Behandlung: Beschwerden, Verlauf, Vorerkrankungen und Lebensumstände. Sie liefert oft die wichtigsten Hinweise auf die Schmerzursache — noch vor jeder Bildgebung.

Arthrose

Gelenkverschleiß

Arthrose ist Gelenkverschleiß. Kopf und Pfanne der Körpergelenke sind mit einer dämpfenden Knorpelschicht überzogen, die sie beweglich und gleitfähig hält. Durch Verletzungen, Entzündungen oder Verschleiß kann diese schützende Schicht angegriffen und rau werden, im Endstadium sogar komplett abgebaut sein.

Arthroskopie

Gelenkspiegelung

Bei der Arthroskopie wird durch einen kleinen Schnitt ein Endoskop mit einer Kamera in das zu behandelnde Gelenk eingeführt. Über diese Sonde können mögliche Schäden unmittelbar erkannt und auch behandelt werden. Medikamente und Instrumente gelangen über einen kleinen Zusatzschnitt direkt an ihren Einsatzort und können unter Sicht eingesetzt werden.

B

Bandscheibe

Bandscheiben

Die Bandscheiben sind die elastischen Puffer zwischen den Wirbelkörpern: ein fester Faserring mit einem gallertartigen Kern. Sie federn Stöße ab und machen die Wirbelsäule beweglich. Da sie nicht durchblutet sind, brauchen sie Bewegung, um mit Nährstoffen versorgt zu werden.

Bandscheibenvorfall

ProlapsDiskusprolaps

Beim Bandscheibenvorfall (Prolaps) reißt der Faserring der Bandscheibe ein, und Gewebe des weichen Kerns tritt aus. Drückt es auf eine Nervenwurzel, entstehen ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit. Die Mehrzahl der Vorfälle heilt unter konservativer Therapie folgenlos ab.

Bandscheibenvorwölbung

Protrusion

Bei der Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) wölbt sich die Bandscheibe vor, der Faserring bleibt aber — anders als beim Vorfall — intakt. Auch eine Vorwölbung kann auf Nerven drücken und Schmerzen auslösen, bildet sich jedoch häufig unter konservativer Behandlung zurück.

Befund

Der Befund ist das Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung — vom Tastbefund bis zum MRT-Bericht. Wichtig zu wissen: Befund und Beschwerden decken sich nicht immer. Nicht jeder auffällige Befund verursacht Schmerzen — und umgekehrt.

Bildwandler

Mobiles Röntgengerät zur Durchleuchtung. So können ärztliche Instrumente präzise gesteuert und kontrolliert werden.

Biofeedback

Beim Biofeedback werden unbewusste Körpervorgänge wie Muskelspannung, Atmung oder Herzschlag gemessen und sichtbar gemacht. Der Patient lernt so, diese Vorgänge willentlich zu beeinflussen — ein anerkanntes Verfahren etwa bei stressbedingten Verspannungen und chronischen Schmerzen.

C

Chirotherapie

Manuelle MedizinManuelle Therapie

Die Chirotherapie (Manuelle Medizin) behandelt Funktionsstörungen an Wirbelsäule und Gelenken mit den Händen: Gezielte Handgriffe lösen Blockierungen und stellen die normale Beweglichkeit wieder her — ohne Medikamente und ohne Eingriff.

Chronisches Schmerzsyndrom

Von einem chronischen Schmerzsyndrom spricht man, wenn Schmerz über Monate anhält und seine Warnfunktion verloren hat. Er ist dann nicht mehr Symptom, sondern eine eigenständige Erkrankung, die Körper, Alltag und Stimmung gleichermaßen betrifft.

Computertomographie (CT)

CT

Bei der CT werden Schichtaufnahmen des Körpers in verschiedenen Ebenen erstellt. Die Methode dient der Diagnose und Planung eines Eingriffes sowie dessen Kontrolle: Ein spezielles Kontrastmittel erlaubt es, die Position ärztlicher Instrumente und anatomische Besonderheiten genau zu lokalisieren.

CT-Bilder

Die Computertomographie dient der Planung des Eingriffs im Vorfeld wie der Kontrolle des Ablaufes. Dabei werden Übersichtsaufnahmen sowie Schnittbilder erstellt, damit die Behandlung zielgenau und sicher stattfinden kann.

D

Digitales Röntgen

Digitale Röntgendiagnostik

Beim digitalen Röntgen ersetzt ein elektronischer Bildempfänger den früheren Röntgenfilm. Die Bilder liegen sofort vor, lassen sich am Monitor vergrößern und nachbearbeiten und erfordern in der Regel eine geringere Strahlendosis als die klassische Filmaufnahme.

Diskografie

Testinjektion

Bei der Diskografie wird ein Kontrastmittel in die Bandscheibe gespritzt und anschließend ein Röntgenbild erstellt. Auf diese Weise lässt sich das Gewebe präzise abbilden und ein Schaden sichtbar machen. Zudem dient die Injektion der Sicherung der Diagnose: Der Patient sollte bei der Injektion exakt seinen bekannten Schmerz spüren („Memory Pain“).

E

Elektrotherapie

TENSReizstrom

Bei der Elektrotherapie regen schwache Stromimpulse Muskeln und Nerven an, fördern die Durchblutung und dämpfen Schmerzsignale. Eine bekannte Form ist TENS, die transkutane elektrische Nervenstimulation — mit kleinen Geräten auch zu Hause anwendbar.

Epidurale Spülung

Spülung des Wirbelsäulenkanals, meist über einen Zugang vom Steißbein aus. Siehe auch Epiduroskopie.

Epiduroskopie

Die Epiduroskopie ist eine Spiegelung des Wirbelsäulenkanals. Eine winzige Kamera an der Spitze eines Katheters erlaubt dabei einen direkten Blick auf Schädigungen in diesem Bereich. Zudem können über den Katheter Spülungen vorgenommen und entzündetes Gewebe mit Medikamenten behandelt werden.

F

Facettengelenksblockade

FABWirbelgelenksblockade

Degenerative Veränderungen in den kleinen Wirbelgelenken führen häufig zu Druckempfindlichkeit und Bewegungsschmerzen. Bei der Wirbelgelenksblockade wird dieser Schmerz gezielt ausgeschaltet, um sicherzugehen, dass der Verschleiß am Gelenk tatsächlich die Ursache für den empfundenen Schmerz ist. Dazu werden schmerz- und entzündungshemmende Stoffe über eine Sonde und unter CT-Kontrolle exakt an das betroffene Gelenk gebracht.

Facettensyndrom

Facettengelenkssyndrom

Die Facettengelenke sind die kleinen Wirbelgelenke, die die Wirbel beweglich miteinander verbinden. Beim Facettensyndrom sind sie durch Verschleiß gereizt — typisch ist ein tief sitzender, belastungsabhängiger Rückenschmerz, der sich beim Zurücklehnen verstärkt.

Faszien

Faszientherapie

Faszien sind das netzartige Bindegewebe, das Muskeln und Organe umhüllt und miteinander verbindet. Verklebte oder verhärtete Faszien können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen; die Faszientherapie löst solche Verspannungen mit gezielten Grifftechniken.

Fersensporn

Plantarfasziitis

Der Fersensporn ist ein dornartiger Knochenauswuchs am Fersenbein, der durch dauerhafte Überlastung der Sehnenansätze entsteht. Schmerzhaft ist meist nicht der Sporn selbst, sondern die begleitende Reizung der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfasziitis).

Funktionelle Bewegungsanalyse

Bewegungsanalyse

Die funktionelle Bewegungsanalyse untersucht Bewegungsabläufe des ganzen Körpers: Beweglichkeit, Kraft, Koordination und muskuläre Dysbalancen. Sie zeigt, wo Fehlbelastungen entstehen — die Grundlage für gezielte Therapie- und Trainingspläne.

G

Gangbildanalyse

Bei der Gangbildanalyse wird beobachtet und vermessen, wie ein Mensch geht und den Fuß abrollt. Auffälligkeiten — etwa Schonhinken, Fehlstellungen oder Abrollstörungen — geben Hinweise auf die Ursache von Beschwerden in Fuß, Knie, Hüfte und Rücken.

Gelenkinjektion

intraartikuläre Injektion

Bei einer Gelenkinjektion wird ein Medikament — etwa ein entzündungshemmender Wirkstoff oder Hyaluronsäure — mit einer feinen Kanüle direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. So wirkt es genau dort, wo der Schmerz entsteht.

H

Hexenschuss

Lumbagoakute Lumbalgie

Der Hexenschuss (Lumbago) ist ein plötzlich einschießender Schmerz im unteren Rücken, oft nach einer ungünstigen Bewegung. So heftig er ist: Meist steckt eine Muskelverspannung oder Wirbelblockade dahinter, und die Beschwerden klingen innerhalb weniger Tage ab.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt dort als Schmiermittel und Stoßdämpfer. Bei Arthrose kann sie in das Gelenk gespritzt werden, um die Gleitfähigkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern.

I

ICD-10-Code

ICD-10Diagnoseschlüssel

Der ICD-10-Code ist der internationale Schlüssel für Diagnosen, wie er auf Rezepten und Bescheinigungen steht — etwa „M51.1“ für einen lumbalen Bandscheibenschaden mit Nervenwurzelreizung. Der Buchstabe bezeichnet das Kapitel (M = Muskel-Skelett-System), die Zahlen die genaue Diagnose.

IGeL

Individuelle Gesundheitsleistung

IGeL steht für „Individuelle Gesundheitsleistungen“: ärztliche Leistungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören und vom Patienten selbst getragen werden. Über Nutzen und Kosten wird vorab transparent informiert — die Entscheidung liegt beim Patienten.

Impingement

Impingement-Syndrom

Der englische Begriff Impingement beschreibt das Aufeinanderprallen zweier Gegenstände. Beim sogenannten Impingement-Syndrom geht es um die schmerzhafte Einengung eines Körpergewebes. Im Falle eines Impingements des Schultergelenks entstehen die Schmerzen aus einer Einengung der Schultersehnen mit einer Entzündung der Umgebung.

Indikation

Die Indikation ist der medizinische Grund für eine Behandlung: Sie beantwortet die Frage, ob ein Verfahren im konkreten Fall sinnvoll und angemessen ist. Eine sorgfältige Indikationsstellung schützt vor unnötigen Eingriffen.

Infusionstherapie

SchmerzinfusionAufbauinfusion

Bei der Infusionstherapie werden Wirkstoffe — etwa schmerz- und entzündungshemmende Medikamente oder aufbauende Nährstoffe — über die Vene verabreicht. So wirken sie schneller und gleichmäßiger als Tabletten; die Zusammensetzung richtet sich nach dem individuellen Behandlungskonzept.

Injektion

Spezialkanüle

Das Einbringen von Flüssigkeiten oder Medikamenten in den Körper mit einer Hohlnadel (Injektionskanüle).

Intradiskale Elektrothermische Therapie (IDET)

IDETThermische Bandscheibenfestigung

Die thermische Bandscheibenfestigung ist ein Verfahren zur Behandlung von verschleißbedingt strapazierten Bandscheiben mit eingewachsenen Nerven. Dabei wird das weiche Gewebe im Bandscheibenring durch Erhitzen gefestigt und zugleich die neu eingewachsenen Nerven und Gefäße zerstört. So erhält die Bandscheibe ihre Stabilität zurück und die Schmerzen werden gelindert.

Ischias

IschialgieIschiasnerv

„Ischias“ nennt der Volksmund Schmerzen, die vom unteren Rücken über das Gesäß ins Bein ausstrahlen — entlang des Ischiasnervs, des längsten Nervs des Körpers. Häufigste Ursache ist eine gereizte Nervenwurzel, etwa durch eine Bandscheibenvorwölbung oder einen Vorfall.

ISG-Syndrom

ISGIliosakralgelenkISG-Blockade

Das Iliosakralgelenk (ISG) verbindet Kreuzbein und Becken. Beim ISG-Syndrom ist dieses straffe Gelenk blockiert oder gereizt — eine häufige, oft übersehene Ursache tief sitzender Kreuzschmerzen, die bis ins Gesäß oder in den Oberschenkel ausstrahlen können.

J

K

Kalkschulter

Tendinosis calcarea

Bei der Kalkschulter lagern sich Kalkkristalle in den Sehnen des Schultergelenks ab. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen bis hin zu heftigen Schmerzattacken. Häufig lässt sie sich konservativ behandeln, etwa mit der Stoßwellentherapie.

Katheter

Ein Katheter ist ein biegsames Instrument, das einem dünnen Schlauch ähnelt. Er kann mit verschiedenen Zusatzgeräten wie Kameras oder Wärmesonden versehen sein. Je nach Ausstattung dient er der Beobachtung, der Injektion oder der Manipulation innerhalb des Körpers. Häufig kann ein Katheter eine offene Operation vermeiden helfen.

Kernspintomographie

MRTKernspin-TomografieMagnetresonanztomographie

Die Kernspin-Tomografie ergibt ohne Eingriffe und ohne Röntgenbelastung Schnittbilder des Körperinneren. Ein magnetisches Feld gibt Aufschluss über den Wassergehalt des untersuchten Gewebes — so kann z. B. der Grad des Verschleißes einer Bandscheibe dargestellt werden.

Kinesiotaping

Kinesio-TapeTaping

Beim Kinesiotaping werden elastische Baumwollbänder in speziellen Techniken auf die Haut geklebt. Die Tapes sollen Muskeln entlasten, die Durchblutung anregen und die Eigenwahrnehmung verbessern — die volle Beweglichkeit bleibt dabei erhalten.

Knochendichtemessung

OsteodensitometrieDXADXA-Messung

Bei der Knochendichtemessung wird der Mineralgehalt der Knochen an einer repräsentativen Stelle (Unterarm oder Wirbelkörper) gemessen und mit dem durchschnittlichen Alterswert verglichen. Anhand der Messdaten kann in Abhängigkeit von körperlichen Beschwerden, Vorerkrankungen und dem Alter des Patienten eine Osteoporosetherapie erarbeitet werden.

Kollageninjektion

Bei der Kollageninjektion wird Kollagen — das Strukturprotein von Sehnen, Bändern und Knorpel — gezielt an gereizte Sehnen oder Gelenke gespritzt. Ziel ist es, das beanspruchte Gewebe zu unterstützen und Schmerzen bei Überlastungs- und Verschleißbeschwerden zu lindern.

Konservative Maßnahmen

Konservative Therapie

Behandlungsformen, die ohne Eingriff auskommen. Zum Beispiel: Krankengymnastik, Physikalische Therapie, schmerzstillende Spritzen oder orthopädisch-technische Hilfsmittel wie Korsette.

Kortison

CortisonGlukokortikoid

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das als Medikament stark entzündungshemmend wirkt. Gezielt an Gelenk oder Nervenwurzel gespritzt, kann es Schwellung und Reizung rasch dämpfen — in der Regel niedrig dosiert und zeitlich begrenzt eingesetzt.

L

Laminektomie

Entfernung von einem oder mehreren Wirbelbögen samt der Dornfortsätze im Bereich der Lendenwirbelsäule. Der Eingriff erfolgt zur Entlastung der Spinalnerven im Wirbelkanal bei einer Lumbalen Spinalstenose.

Leistungsdiagnostik

Die sportmedizinische Leistungsdiagnostik misst den aktuellen Trainings- und Gesundheitszustand — etwa Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Auf dieser Basis lassen sich das Training gezielt steuern, Fortschritte belegen und Überlastungen vermeiden.

Lokalanästhesie

örtliche Betäubung

Bei der Lokalanästhesie wird nur der behandelte Bereich örtlich betäubt — der Patient bleibt wach und ansprechbar. Viele minimal-invasive Eingriffe an Wirbelsäule und Gelenken kommen mit dieser schonenden Betäubungsform aus.

Lumbale Spinalstenose (LSS)

LSSSpinalkanalstenose

Meist altersbedingte Einengung des Spinalkanals (Wirbelkanals), zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall. Dadurch werden die im Spinalkanal verlaufenden Nerven in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die Folge sind diffuse Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen können, Taubheitsgefühle in Gesäß und Beinen sowie eine verringerte Belastbarkeit. Typisch ist, dass die Symptome sich in gestreckter Haltung verstärken und in gekrümmter Haltung verringern.

M

Mikronährstofftherapie

Die Mikronährstofftherapie gleicht einen Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gezielt aus — etwa Magnesium bei Muskelverspannungen oder Vitamin D für den Knochenstoffwechsel. Grundlage ist eine Laboranalyse, keine pauschale Einnahme auf Verdacht.

Minimal-invasive Behandlung

Schlüssellochchirurgie

Der Begriff „minimal-invasiv“ beschreibt medizinische Methoden, die mit einem möglichst geringen Eingriff auskommen. Meist kommt ein schlauchförmiger Katheter zum Einsatz, der durch einen kleinen Schnitt eingeführt wird und direkte oder indirekte Beobachtungen und Behandlungen erlaubt. Patienten haben meist keine Narbenbildung und nur sehr geringe Risiken zu befürchten.

Multimodale Schmerztherapie

Behandlungskonzept, das mehrere Verfahren gezielt kombiniert — etwa Medikamente, Injektionen, Bewegungstherapie und Entspannungsverfahren. Gerade bei chronischen Schmerzen ist diese Kombination meist wirksamer als jede Einzelmaßnahme für sich.

Muskelverspannung

Verspannung

Muskelverspannungen sind dauerhaft erhöhte Anspannungen der Muskulatur, oft ausgelöst durch Fehlhaltung, Bewegungsmangel oder Stress. Sie sind die häufigste Ursache von Rücken- und Nackenschmerzen und können ihrerseits neue Schmerzen auslösen — die Schmerzspirale.

N

Nervenwurzel

Als Nervenwurzel bezeichnet man den Abschnitt, in dem ein Nerv zwischen zwei Wirbeln aus dem Rückenmark austritt. Wird eine Nervenwurzel gereizt oder eingeengt, strahlen die Schmerzen typischerweise in das Versorgungsgebiet des Nervs aus — etwa in Arm oder Bein.

Nervenwurzelblockade

Bei der Nervenwurzelblockade wird eine gereizte Nervenwurzel an der Wirbelsäule gezielt mit einem Betäubungsmittel umspült, meist kombiniert mit einem entzündungshemmenden Wirkstoff. Das lindert den Schmerz und bestätigt zugleich, welcher Nerv ihn auslöst.

NSAR

nichtsteroidale AntirheumatikaNSAIDs

NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) sind schmerz- und entzündungshemmende Medikamente ohne Kortison — bekannte Wirkstoffe sind Ibuprofen und Diclofenac. Sie wirken zuverlässig, sollten aber wegen möglicher Magen- und Kreislaufnebenwirkungen zeitlich begrenzt eingesetzt werden.

O

Orthokin®-Therapie

Eigenblut-Therapie (Orthokin)

Bei der Orthokin®-Therapie produzieren die Blutzellen des Patienten den Wirkstoff gegen die Arthrose selbst. Arthrose ist häufig von Entzündungsprozessen begleitet, an denen der Botenstoff Interleukin-1 (IL-1) beteiligt ist; Arthrose-Patienten fehlt meist dessen natürlicher Gegenspieler IL-1Ra im betroffenen Gelenk. Das Patientenblut wird mit einer speziellen Spritze entnommen, die die Blutzellen zur Produktion dieses Gegenspielers anregt. Der Wirkstoff wird im Labor angereichert und dem Patienten in mehreren Portionen in das betroffene Gelenk gespritzt.

Osteochondrose

Osteochondrose ist ein Verschleiß von Bandscheibe und angrenzenden Wirbelkörpern: Die Bandscheibe verliert an Höhe, die Wirbelflächen reagieren mit knöchernen Veränderungen. Die Folge sind oft tief sitzende, belastungsabhängige Rückenschmerzen.

Osteopathie

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Manualtherapie: Mit sanften Handgriffen werden Bewegungseinschränkungen an Muskeln, Gelenken und Gewebe aufgespürt und gelöst. Sie wird häufig ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt.

Osteoporose

Knochenschwund

Die Osteoporose ist eine Entkalkung der Knochen. Bei der Krankheit, von der vor allem Frauen ab den Wechseljahren, aber auch ältere Männer betroffen sind, wird den Knochen kontinuierlich Kalzium entzogen. Dadurch werden sie schwach und brüchig. Gründe sind einerseits Veranlagung, andererseits eine ungünstige Lebensweise mit wenig Bewegung, falscher Ernährung und zu viel Zigaretten- und Alkoholkonsum.

P

Patellaspitzensyndrom

Jumper's KneeSpringerknie

Das Patellaspitzensyndrom („Jumper's Knee“) ist eine Überlastungsreaktion der Kniescheibensehne an der unteren Spitze der Kniescheibe. Es betrifft vor allem Sportarten mit vielen Sprüngen und Stopps und äußert sich als belastungsabhängiger Schmerz unterhalb der Kniescheibe.

Periartikuläre Injektion

„Periartikulär“ heißt: um das Gelenk herum. Bei der periartikulären Injektion wird das Medikament nicht in das Gelenk selbst, sondern gezielt an die gereizten Strukturen in seiner Umgebung gespritzt — etwa an Sehnenansätze, Bänder oder Schleimbeutel.

Periradikuläre Therapie (PRT)

PRTInjektionstherapie

Nervenreizungen im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule bewirken oft starke, hartnäckige Schmerzen. Diese können mit der Periradikulären Therapie behandelt werden: Über eine Injektionsnadel wird der gereizte und entzündete Nerv mit einer Wirkstoffkombination umspült. Die präzise Ausrichtung der Nadelspitze wird nach Gabe eines Kontrastmittels z. B. computertomographisch überwacht.

Perkutane Laser-Diskusdekompression (PLDD)

PLDDLaser-Nukleotomie

Bei einer krankhaften Veränderung der Bandscheibe kann Gewebe austreten und auf einen Nerv drücken. Bei dieser computergesteuerten Bandscheibenoperation mit Lasersonde wird unter computertomographischer Kontrolle die Lasersonde über eine spezielle Kanüle direkt in die Bandscheibe eingeführt. Das Bandscheibengewebe wird vorsichtig teilweise verdampft, eingewachsene Nervenenden werden verödet und die Bandscheibe insgesamt etwas geschrumpft — der schmerzende Nerv wird entlastet. Eine Diskografie stellt zuvor sicher, dass die Schmerzen tatsächlich von einer geschädigten Bandscheibe ausgehen.

Physikalische Therapie

Bei der Physikalischen Therapie sollen die körpereigenen Heilkräfte durch die Anwendung physikalischer Faktoren mobilisiert werden. Dazu gehören zum Beispiel Wärme und Kälte, Ultraschall- oder Elektrotherapie.

Physiotherapie

Krankengymnastik

Physiotherapie (früher: Krankengymnastik) behandelt Schmerzen und Funktionsstörungen mit Bewegung — durch angeleitete Übungen, Mobilisation und Kräftigung. Sie ist die Basis fast jeder konservativen Therapie an Wirbelsäule und Gelenken.

Privatpraxis

GOÄPrivatliquidation

In einer Privatpraxis rechnen die Ärzte nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) direkt mit dem Patienten ab. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte reichen die Rechnung bei ihrer Versicherung ein; gesetzlich Versicherte können als Selbstzahler behandelt werden.

PRP-Therapie

PRPplättchenreiches PlasmaEigenbluttherapie

Bei der PRP-Therapie (plättchenreiches Plasma) wird aus dem Blut des Patienten ein Plättchenkonzentrat gewonnen und in das betroffene Gelenk oder an die gereizte Sehne gespritzt. Die konzentrierten körpereigenen Wachstumsfaktoren sollen die Heilung anregen.

Psychosomatische Grundversorgung

Körper und Psyche wirken beim Schmerz zusammen: Stress und seelische Belastung können Beschwerden auslösen oder verstärken. Die psychosomatische Grundversorgung bezieht diese Zusammenhänge in Diagnose und Behandlung ein — durch Gespräch, Beratung und begleitende Verfahren.

R

Racz-Katheter

SchmerzkatheterSchmerzkatheter-Behandlung nach Prof. Racz

Die Schmerzkatheter-Behandlung nach Prof. Racz dient der Behandlung schmerzender Veränderungen im Wirbelsäulenkanal. Durch eine natürliche Knochenöffnung im Steißbein wird ein spezieller Katheter in den Wirbelkanal eingeführt und unter Röntgenkontrolle exakt an der entzündeten, eingeengten Stelle des Nervs platziert. Dort werden entzündungshemmende, schmerzstillende und narbenlösende Substanzen direkt an den Ort des Schmerzes gebracht; konzentrierte Kochsalzlösung entwässert und schrumpft zusätzlich das umliegende Gewebe.

Radikulopathie

Wurzelreizsyndrom

Radikulopathie ist der medizinische Begriff für eine Reizung oder Schädigung einer Nervenwurzel. Typische Zeichen sind ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Muskelschwäche im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.

Rehabilitation

Reha

Die Rehabilitation (Reha) umfasst alle Maßnahmen, die nach Krankheit, Operation oder Verletzung Beweglichkeit und Belastbarkeit wiederherstellen — von Krankengymnastik über Trainingstherapie bis zur Anleitung für den Alltag.

S

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

BursitisSchleimbeutel

Schleimbeutel sind kleine, flüssigkeitsgefüllte Polster, die an den Gelenken Druck und Reibung abfedern. Bei Überlastung können sie sich entzünden — typisch sind Schmerz, Schwellung und Druckempfindlichkeit, etwa an Schulter, Ellenbogen oder Hüfte.

Schmerzgedächtnis

Anhaltende Schmerzreize können das Nervensystem verändern: Es meldet Schmerz auch dann noch, wenn die ursprüngliche Ursache längst abgeklungen ist. Dieses „Schmerzgedächtnis“ ist ein wichtiger Grund, Schmerzen frühzeitig und konsequent zu behandeln.

Sehnenansatzbeschwerden

Enthesiopathie

Sehnenansatzbeschwerden (Enthesiopathien) sind Reizungen dort, wo Sehnen am Knochen ansetzen — etwa am Ellenbogen, an der Ferse oder an der Kniescheibe. Sie entstehen meist durch wiederholte einseitige Belastung und äußern sich als Druck- und Belastungsschmerz am Sehnenansatz.

Sequester

Ein Sequester ist abgelöstes Bandscheibengewebe, das nach einem Vorfall frei im Wirbelkanal liegt und keine Verbindung mehr zur Bandscheibe hat. Je nach Lage und Beschwerden reicht das Behandlungsspektrum von konservativer Therapie bis zum Eingriff.

Skoliose

Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule mit Verdrehung der Wirbel. Sie entsteht meist im Wachstumsalter; leichte Formen sind häufig und gut behandelbar — entscheidend sind die frühe Erkennung und gezielte Krankengymnastik.

Sonographie

UltraschallUltraschalluntersuchung

Die Sonographie ist die Untersuchung mit Ultraschall: Schallwellen, die vom Gewebe unterschiedlich zurückgeworfen werden, ergeben ein Live-Bild von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken. Die Methode kommt ohne Röntgenstrahlung aus und kann beliebig oft wiederholt werden.

Spinalkanal

Wirbelkanal

Der Spinalkanal (Wirbelkanal) ist der knöcherne Kanal in der Wirbelsäule, in dem das Rückenmark und Nervenfasern verlaufen. Wird er eingeengt — etwa durch Verschleiß oder einen Bandscheibenvorfall —, spricht man von einer Spinalkanalstenose.

Spondylarthrose

Facettengelenksarthrose

Spondylarthrose ist die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) — also Gelenkverschleiß an der Wirbelsäule. Sie ist eine häufige Ursache chronischer Rückenschmerzen, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Sportmedizin

Die Sportmedizin befasst sich mit dem Einfluss von Bewegung und Sport auf den Körper — von der Behandlung von Sportverletzungen über die Beratung zum gesunden Training bis zur Leistungsdiagnostik. Sie hilft auch Nicht-Sportlern, das richtige Maß an Bewegung zu finden.

Stoßwelle

Stoßwellentherapie

Wie Lichtstrahlen können auch Schallwellen gebündelt werden — zu einer Stoßwelle, die starke Kräfte im Körperinneren ausüben kann. Bekannt ist das Verfahren von der Zertrümmerung von Nierensteinen; inzwischen können damit auch Verkalkungen in den Weichteilen von Schulter oder Ferse behandelt werden.

T

Tennisellenbogen

EpicondylitisTennisarm

Der Tennisellenbogen (Epicondylitis) ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen — ausgelöst nicht nur durch Sport, sondern häufig durch einseitige Alltagsbelastung wie die Arbeit an Maus und Tastatur. Die Innenseite ist als „Golferellenbogen“ betroffen.

Thermodenervierung der Facettengelenke

RadiofrequenztherapieThermosonden-BehandlungFacettendenervationThermokoagulation der FacettengelenkeThermosonde

Steht ein verschlissenes Wirbelgelenk als Schmerzursache fest — meist bestätigt durch eine Testblockade —, kann eine Thermodenervierung durchgeführt werden. Unter Bildkontrolle wird eine feine Thermosonde an die schmerzleitenden Nervenfasern gebracht. Der Nerv wird zur Kontrolle kurz stimuliert, dann örtlich betäubt und die Sondenspitze erhitzt: Ein kleiner Bereich wird verödet und die Schmerzleitung unterbrochen. Ziel ist eine länger anhaltende Linderung, wenn Injektionen nur vorübergehend helfen.

Transcaudale Epiduroskopie

Epiduroskopie über einen Zugang im Steißbein. („Cauda“ ist lateinisch für Steißbein; transcaudal heißt wörtlich „durch das Steißbein“.)

Triggerpunkt

TriggerpunktinfiltrationMyogelose

Triggerpunkte sind druckempfindliche Verhärtungen im Muskel, die Schmerzen oft in andere Körperregionen ausstrahlen lassen. Bei der Triggerpunktinfiltration werden sie gezielt mit einer feinen Nadel und einem örtlichen Betäubungsmittel behandelt.

U

Überweisung

Mit der Überweisung schickt ein Arzt den Patienten gezielt zu einem anderen Facharzt oder zu einer speziellen Untersuchung, etwa zum MRT. Sie bündelt die wichtigen Informationen: Verdachtsdiagnose, Fragestellung und bisherige Befunde.

V

W

Wärmetherapie

Fango

Wärme entspannt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und lindert so viele Rücken- und Gelenkbeschwerden. Klassische Formen sind Fango-Packungen, Wärmflasche oder wärmende Auflagen — oft als Vorbereitung auf die Krankengymnastik eingesetzt.

Wirbelblockade

Blockierung

Bei einer Wirbelblockade ist ein Wirbelgelenk in seiner Beweglichkeit gestört — es „hakt“, und die umgebende Muskulatur verspannt sich schmerzhaft. Blockaden lassen sich meist gut mit Chirotherapie oder gezielter Krankengymnastik lösen.

Wirbelgleiten

Spondylolisthesis

Beim Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) verschiebt sich ein Wirbel gegenüber dem darunterliegenden — meist nach vorn. Viele Betroffene sind beschwerdefrei; drückt der gleitende Wirbel jedoch auf Nerven, kommt es zu Rückenschmerzen und ausstrahlenden Beschwerden.

Wirbelsäulenabschnitte (HWS/BWS/LWS)

HWSBWSLWSHalswirbelsäuleBrustwirbelsäuleLendenwirbelsäule

Die Wirbelsäule gliedert sich in Halswirbelsäule (HWS, 7 Wirbel), Brustwirbelsäule (BWS, 12 Wirbel) und Lendenwirbelsäule (LWS, 5 Wirbel) sowie Kreuz- und Steißbein. Diese Kürzel tauchen in vielen Diagnosen auf — „LWS“ bezeichnet zum Beispiel den unteren Rücken.