Orthopädische SchmerzTherapie München

Stoßwellentherapie

Kalkschulter.

Den Kalk in Bewegung bringen

Die Diagnose klingt oft dramatischer, als sie ist. Bei der Kalkschulter (Tendinosis calcarea – kalkbildende Veränderung der Sehne) lagern sich feine Kalkkristalle in den Sehnen des Schultergelenks ab – wie ein Sandkorn im Scharnier: klein, aber bei bestimmten Bewegungen deutlich spürbar. Die gute Nachricht: Eine Kalkschulter lässt sich in vielen Fällen ohne Operation behandeln. Die Stoßwellentherapie setzt genau hier an.

Was in der Schulter passiert

Die Schulter gehört zu den beweglichsten Gelenken des Körpers – entsprechend viel leisten ihre Sehnen, Tag für Tag und meist unbemerkt. Warum sich in einer dieser Sehnen Kalk bildet, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Klar ist, was er anrichten kann: Die Ablagerungen reizen das umliegende Gewebe und verursachen belastungsabhängige Schmerzen – bis hin zu heftigen Attacken. Das Beschwerdebild ist dabei wechselhaft. An guten Tagen zwickt es nur bei bestimmten Bewegungen, etwa beim Griff ins hohe Regal; an schlechten kann schon das Anziehen der Jacke zur Geduldsprobe werden. Wichtig zu wissen: Nicht jedes Kalkdepot verursacht Beschwerden. Behandelt wird deshalb nicht das Bild, sondern der Mensch mit seinen Schmerzen.

Die Diagnose als Schlüssel

Für eine möglichst schonende und zugleich effektive Therapie ist eine exakte Diagnose nötig. Am Anfang stehen das Gespräch und die körperliche Untersuchung: Welche Bewegungen schmerzen, wo genau sitzt der Schmerz, wie beweglich ist die Schulter? Kalkdepots lassen sich anschließend in der Regel gut darstellen – etwa mit Ultraschall (Sonographie) oder im digitalen Röntgenbild. So klären wir auch, ob wirklich der Kalk hinter den Beschwerden steckt oder eine andere Ursache infrage kommt.

Erst die schonende Stufe

Für die Kalkschulter gilt unser Grundsatz: das Nötige vor dem Möglichen. Die Stoßwellentherapie ist eine schonende, nicht-operative Behandlung – sie kommt ohne Medikamente aus und lässt sich bei Bedarf wiederholen. Invasivere Schritte wie Injektionen oder ein Eingriff werden erst dann erwogen, wenn die schonenderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Welche Stufe für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam – nach Befund, Leidensdruck und danach, was Ihre Schulter im Alltag leisten muss.

Wie die Stoßwelle den Kalk in Bewegung bringt

Die konzentrierten Schallwellen werden von außen durch die Haut gezielt auf das Kalkdepot gerichtet. Dort regen sie die Durchblutung des Gewebes an und können helfen, das Depot aufzulösen. Zugleich scheint die kräftige mechanische Stimulation die Schmerzverarbeitung günstig zu beeinflussen. Ein Punkt ist uns dabei wichtig, weil er viele Patienten überrascht: Der Kalk muss nicht restlos verschwinden. Ziel der Behandlung ist, dass der Schmerz nachlässt und die Schulter wieder frei arbeitet – nicht ein makelloses Röntgenbild. Dass die Therapie dabei ganz ohne Eingriff auskommt, macht sie gut alltagstauglich: kein Ausfall, keine Wundheilung, keine Narkose.

So läuft die Behandlung ab

Sie sitzen bequem, die Schulter liegt frei. Der Arzt setzt den Applikator (das Handstück des Stoßwellengeräts) mit einem Kontaktgel auf die Haut und gibt die Impulse gezielt in das Gewebe ab. Eine Sitzung dauert insgesamt etwa 10 bis 20 Minuten und findet ambulant statt – Sie können die Praxis direkt danach verlassen. Eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig. In der Regel sind drei bis fünf Sitzungen nötig, im Abstand von etwa einer Woche. Eine besondere Nachbereitung ist üblicherweise nicht nötig – Sie dürfen die Schulter im Alltag normal bewegen. Begleitend ist Krankengymnastik (Physiotherapie) sinnvoll, damit die Schulter beweglich bleibt und die Muskulatur ihre Aufgabe wieder übernimmt.

„Viele Patienten kommen mit dem festen Gedanken, der Kalk müsse komplett raus. Dabei ist das Röntgenbild gar nicht der Maßstab – Ihre Schulter ist es. Wenn der Schmerz nachlässt und die Bewegung zurückkommt, hat die Behandlung ihr Ziel erreicht. Die Stoßwelle gibt dem Gewebe dafür einen kräftigen Anstoß: mehr Durchblutung, weniger Reizung. Und das ganz ohne Operation und ohne Medikamente."

Dr. med. Jürgen Schwickal-Melotüber das Behandlungsziel bei der Kalkschulter

Häufige Fragen

Muss eine Kalkschulter operiert werden?

In vielen Fällen: nein. Die Kalkschulter lässt sich häufig konservativ behandeln, die Stoßwellentherapie ist dabei eine bewährte Option. Ein Eingriff wird erst erwogen, wenn die schonenderen Verfahren ausgeschöpft sind und die Beschwerden fortbestehen.

Löst die Stoßwelle den Kalk vollständig auf?

Das muss sie gar nicht. Die Behandlung regt die Durchblutung an und kann helfen, das Depot abzubauen – entscheidend ist aber, dass Ihr Schmerz nachlässt und die Beweglichkeit zurückkommt. Manche Depots verkleinern sich, andere bleiben teilweise sichtbar, ohne weiter zu stören.

Woher weiß ich, ob es wirklich eine Kalkschulter ist?

Sichere Auskunft geben die Untersuchung und die Bildgebung: Das Kalkdepot lässt sich mit Ultraschall (Sonographie) oder im Röntgenbild in der Regel gut darstellen. Wichtig ist zudem der Abgleich mit Ihren Beschwerden – denn behandelt wird der Schmerz, nicht das Bild.

Wie viele Behandlungen sind nötig?

Das richtet sich nach dem Befund. Meist genügen drei bis fünf Sitzungen; bei Bedarf lässt sich die Behandlung problemlos wiederholen.

Was kostet die Behandlung?

Die Stoßwellentherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird meist von den privaten Krankenversicherungen übernommen. Vor Behandlungsbeginn informieren wir Sie persönlich über den zu erwartenden Nutzen, den Ablauf und die Kosten. Mehr dazu: die Übersicht Stoßwellentherapie.

Ihr nächster Schritt

Ihre Schulter meldet sich bei bestimmten Bewegungen immer wieder – oder der Schmerz kommt neuerdings in Attacken? Dann schauen wir gemeinsam genau hin: Untersuchung, Bildgebung, Therapieplan. Vereinbaren Sie einen Termin; wir besprechen offen, ob die Stoßwelle für Ihre Schulter der richtige Weg ist.

Termin vereinbaren089 – 201 89 006
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