Orthopädische SchmerzTherapie München

Behandlung & Methoden

Wirbelsäule.

Erst verstehen, dann behandeln

Kaum ein Körperteil steckt so viel ein wie der Rücken – und kaum eines macht so oft Sorgen. Rückenschmerzen sind ein echtes Volksleiden: Fehlhaltungen am Schreibtisch, zu wenig Bewegung und alltägliche Überlastung setzen unserem „Stützgerüst" zu. Die gute Nachricht steht am Anfang, nicht am Ende: Die allermeisten Beschwerden an der Wirbelsäule lassen sich schonend behandeln. Nicht jeder Schmerz ist ein Bandscheibenvorfall, und selbst ein solcher heilt in der Mehrzahl der Fälle ohne Operation. Entscheidend ist, die eigentliche Ursache genau zu benennen – erst dann kann die Therapie optimal angepasst werden.

Drei Abschnitte, eine Aufgabe

Die Wirbelsäule trägt Kopf, Schultern und Rumpf und überträgt deren Last auf Becken und Beine. Damit sie zugleich stabil und beweglich bleibt, ist sie in Abschnitte gegliedert. Ganz oben sitzt die Halswirbelsäule (HWS): Sie trägt den Kopf und ist besonders beweglich, entsprechend häufig entstehen hier Nacken- und Schulter-Arm-Beschwerden. Es folgt die Brustwirbelsäule (BWS), die durch den Brustkorb stabilisiert wird und eher zu hartnäckigen Verspannungen als zu großen Bandscheibenproblemen neigt. Den unteren Teil bildet die Lendenwirbelsäule (LWS): Auf ihr lastet das meiste Gewicht, hier sitzen Kreuzschmerzen und die in die Beine ausstrahlenden Beschwerden, die viele als „Ischias" oder „Hexenschuss" kennen.

Viele Ursachen – ein genauer Blick

Halswirbelsäule

Trägt den Kopf, besonders beweglich — Nacken- und Schulter-Arm-Beschwerden.

Brustwirbelsäule

Durch den Brustkorb stabilisiert — eher Verspannungen als Bandscheibenprobleme.

Lendenwirbelsäule

Trägt das meiste Gewicht — Kreuzschmerz, „Ischias" und „Hexenschuss".

Ein Rücken, drei Abschnitte: Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule tragen je eigene Beschwerden. · Beschriftung: Praxis-Design

Rückenschmerz ist selten eindeutig. Muskelverspannungen, blockierte Wirbelgelenke, Verschleiß der kleinen Gelenke, eine gereizte Nervenwurzel, eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Vorfall, eine Einengung des Wirbelkanals – oft kommt mehreres zusammen. Erschwerend gilt: Zwischen dem, was der Patient spürt, und dem, was ein Bild zeigt, besteht nicht immer ein direkter Zusammenhang und nicht selten auch eine deutliche Diskrepanz. Deshalb steht bei uns am Anfang das ausführliche Gespräch und eine gründliche klinische und neurologische Untersuchung. Häufig lassen sich Beobachtung und Behandlung in einem Arbeitsschritt verbinden – das sichert die Diagnose und hält die Belastung gering. Bildgebung wie eine Röntgenaufnahme oder eine Kernspintomographie (MRT) setzen wir gezielt ein und arbeiten dafür mit spezialisierten radiologischen Partnern zusammen.

Die Therapietreppe: das Nötige vor dem Möglichen

Jede Behandlung an der Wirbelsäule folgt bei uns einem Stufenplan, der sicherstellt, dass Aufwand, Risiko und Nutzen jederzeit im Verhältnis stehen. Auf der ersten Stufe steht die konservative Therapie: Krankengymnastik (Physiotherapie), bedarfsgerechte schmerzlindernde Medikamente, manuelle Verfahren und – so früh wie möglich – dosierte Bewegung. Strenge Bettruhe gilt heute als überholt; ein aktiver Körper hilft sich am besten selbst, wenn er genug Unterstützung bekommt. Reicht das nicht, folgen gezielte Injektionen, etwa die gezielte Nervenumspülung, sprich Periradikuläre Therapie (PRT), die entzündungshemmende Medikamente zielgenau an die gereizte und entzündete Nervenwurzel bringt. Ergänzend steht die sakrale epidurale Infiltrationsbehandlung zur Verfügung; sie lässt sich auch mit der PRT kombinieren. Erst wenn alle schonenderen Wege ausgeschöpft sind und neurologische Ausfälle bestehen oder zunehmen, wird auf der letzten Stufe eine Operation erwogen – dann in enger Abstimmung mit wirbelsäulenchirurgischen Kooperationspartnern. Seriöse Schätzungen besagen, dass 25–35 % aller planbaren Wirbelsäuleneingriffe, also auch der offenen Bandscheibenoperationen, nicht zwingend notwendig sind. Diese Zahl ist unser Ansporn, die Treppe wirklich Stufe für Stufe zu nehmen.

Auch gegen das eigene Geschäft

Zu einer schonenden Behandlung gehört, nicht mehr zu tun als nötig. Eine im MRT sichtbare Auffälligkeit ist noch keine Behandlungsindikation, und nicht jeder Befund muss behandelt werden – manche Veränderungen an der Wirbelsäule gehören zum Älterwerden und verursachen keine Beschwerden. Wir sagen Ihnen offen, wann Abwarten und Bewegung der bessere Weg sind, und raten ebenso deutlich zu, wenn ein Eingriff sinnvoll ist. Diese Zurückhaltung ist kein Prinzip um seiner selbst willen, sondern gute Medizin.

Der Patient als Partner

Eine gute Behandlung endet nicht in der Praxis. Gerade an der Wirbelsäule entscheidet mit, was Sie selbst tun: Wer die Muskulatur kräftigt, sich regelmäßig bewegt, den Arbeitsplatz gut einrichtet und Belastungen klug dosiert, beugt vielen Beschwerden vor und stützt die Heilung. Wir sehen unsere Aufgabe deshalb nicht nur darin, akute Schmerzen zu lindern, sondern Ihnen zu zeigen, wie Ihr Rücken belastbar bleibt. Welche Übungen zu Ihrem Befund passen – und welche Sie vorerst weglassen sollten –, besprechen wir gemeinsam. Denn der Körper kann sich am besten selbst helfen, wenn er die richtige Unterstützung bekommt.

So finden Sie sich zurecht

Auf den folgenden Seiten finden Sie die häufigsten Krankheitsbilder der Wirbelsäule – jeweils mit Erklärung, unserem Vorgehen und den passenden Behandlungen. Wenn Sie unsicher sind, welche Seite zu Ihren Beschwerden passt, klären wir das gemeinsam im Gespräch.

Themen dieses Bereichs

BandscheibenvorfallWas bei einem Bandscheibenvorfall passiert, warum die Größe im Bild wenig über den Schmerz aussagt – und weshalb die Mehrzahl der Fälle ohne Operation heilt.SpinalkanalstenoseBehandlung der Einengung des Wirbelkanals – mit dem Ziel, Gehstrecke und Belastbarkeit zu erhalten.FacettensyndromBehandlung des Schmerzes aus den kleinen Wirbelgelenken – gezielt und in erster Linie ohne Operation.ISG-SyndromBehandlung von Kreuzschmerzen aus dem Iliosakralgelenk – einer häufig übersehenen Schmerzquelle.HWS-, BWS- und LWS-BeschwerdenGezielte Behandlung von Beschwerden in Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule – je nach Abschnitt und Ursache.Nachsorge nach einer Operationin KürzeWurde bereits an der Wirbelsäule operiert, begleiten wir die Zeit danach: Aufbau, Schmerzbehandlung und Rückkehr in den Alltag. Eine eigene Seite zur postoperativen Betreuung folgt in Kürze.

Ihr nächster Schritt

Sie haben anhaltende Rücken- oder Nackenschmerzen, ausstrahlende Beschwerden oder eine MRT-Aufnahme, die Ihnen Sorgen macht? Dann schauen wir gemeinsam genau hin und ordnen ein, was dahintersteckt. Vereinbaren Sie einen Termin; wir nehmen uns Zeit für die Diagnose und einen Therapieplan, der zu Ihnen passt.

Termin vereinbaren089 – 201 89 006
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