Orthopädische SchmerzTherapie München

Behandlung & Methoden

Stoßwellen­therapie.

Schall gegen den Schmerz

Hartnäckige Sehnenschmerzen haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie kommen schleichend, und sie bleiben gern. Ob Schulter, Ellenbogen oder Ferse – bedrohlich sind solche Beschwerden in aller Regel nicht, aber sie zermürben. Genau hier setzt die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT – die Schallwellen werden außerhalb des Körpers erzeugt und durch die Haut in das Gewebe geleitet) an. Man kann sie sich als Starthilfe vorstellen: ein kräftiger Impuls von außen, der den ins Stocken geratenen Heilungsprozess wieder anstoßen soll.

Vom Nierenstein zur Sehne

Seit langem nutzt die Medizin Stoßwellen, um Nierensteine zu zertrümmern. In der Orthopädie haben sich die konzentrierten Schallwellen inzwischen für ein anderes Feld bewährt: die Behandlung von Sehnenentzündungen und Weichteilverkalkungen. Vor allem Verkalkungen im Schultergelenk („Kalkschulter"), der Fersensporn und Sehnenreizungen am Ellenbogen („Tennisarm") lassen sich damit wirksam und zugleich schonend behandeln. Drei Eigenschaften machen das Verfahren so patientenfreundlich: Es kommt ohne Medikamente aus, gravierende Nebenwirkungen sind nicht bekannt, und die Behandlung lässt sich bei Bedarf problemlos wiederholen.

Wie die Stoßwellen wirken

Die Stoßwellentherapie ermöglicht ohne Eingriff eine energiereiche, mechanisch wirkende Behandlung. Ihre Wirkung beruht vor allem auf einer besseren Durchblutung: Die Druckwellen regen Durchblutung und Stoffwechsel im behandelten Gewebe an und unterstützen so die körpereigene Reparatur. Zudem kann die kräftige mechanische Stimulation die Schmerzverarbeitung günstig beeinflussen. Anders als beim Nierenstein müssen Kalkherde deshalb nicht vollständig zertrümmert werden – entscheidend ist, dass das gereizte Gewebe zur Ruhe kommt und der Schmerz nachlässt.

Je nach Befund kommen fokussierte Stoßwellen (die Energie bündelt sich punktgenau in der Tiefe) oder radiale Druckwellen (sie wirken flächiger auf oberflächennahes Gewebe) zum Einsatz.

Eine frühe Stufe der Therapietreppe

Für die Stoßwelle gilt, was für unsere ganze Praxis gilt: das Nötige vor dem Möglichen. Auf der Therapietreppe steht sie weit unten – als schonende, nicht-operative Option, die vor invasiveren Schritten wie Injektionen oder gar einer Operation ausgeschöpft werden sollte. Voraussetzung ist eine exakte Diagnose: Erst wenn klar ist, welche Struktur die Beschwerden verursacht, lässt sich beurteilen, ob die Stoßwelle das richtige Werkzeug ist – oder ein anderes besser passt.

So läuft eine Behandlung ab

Der Ablauf ist unkompliziert: Der Arzt setzt den Applikator (das Handstück des Stoßwellengeräts) mit einem Kontaktgel auf die Haut über der schmerzenden Stelle und gibt die Impulse gezielt in das Gewebe ab. Eine Sitzung dauert insgesamt etwa 10 bis 20 Minuten, wird ambulant durchgeführt und erfordert in der Regel keine Betäubung. Sie können die Praxis direkt danach verlassen und Ihrem Alltag nachgehen. In der Regel sind drei bis fünf Sitzungen nötig, im Abstand von etwa einer Woche, um eine gute Regeneration des Gewebes zu erreichen. Begleitend sind Krankengymnastik (Physiotherapie) und physikalische Therapie (Behandlung mit Reizen wie Wärme, Kälte oder Strom) sinnvoll.

Wobei Stoßwellen helfen können

Fünf Beschwerdebilder behandeln wir besonders häufig mit der Stoßwelle – jede Seite erklärt Krankheitsbild, Wirkung und Ablauf im Detail:

- Kalkschulter – Nicht-operative Behandlung der Kalkschulter mit Stoßwellen – löst Kalkdepots und lindert den Schmerz. - Fersensporn – Schonende Behandlung des schmerzhaften Fersensporns mit Stoßwellen – ohne Operation. - Tennisellenbogen – Nicht-operative Behandlung des Tennisellenbogens mit fokussierter bzw. radialer Stoßwellentherapie zur gezielten Anregung der Geweberegeneration am schmerzhaften Sehnenansatz. - Achillessehnenbeschwerden – Stoßwellenbehandlung des Achillessehnen-Überlastungsschmerzes – für eine belastbare Sehne. - Patellaspitzensyndrom – Stoßwellenbehandlung der gereizten Kniescheibensehne – bei Sprung- und Stopp-Belastungen.

Sehnenansatzbeschwerden an anderen Stellen

Nicht jedes Beschwerdebild trägt einen bekannten Namen. Sehnenansatzbeschwerden (Enthesiopathien) sind Reizungen an den Stellen, an denen Sehnen am Knochen ansetzen – häufig an der Hüftaußenseite, typisch am Ellenbogen, an der Ferse oder an der Kniescheibe, möglich etwa auch an der Schulter. Ursache ist meist eine wiederholte, einseitige Belastung oder Fehlbelastung sowie Verschleißerscheinungen an den Sehnen. Auch hier fördert die Stoßwellentherapie Durchblutung und Heilung am gereizten oder verletzten Ansatz; kombiniert wird sie mit Entlastung und gezieltem Training.

Muskelverletzungen: Unterstützung für die Regeneration

Nach Muskelverletzungen können Verhärtungen und narbige Verklebungen zurückbleiben, die Beweglichkeit und Belastbarkeit einschränken. Die Stoßwellentherapie regt auch hier die Durchblutung an und unterstützt die Regeneration des Gewebes. Eingesetzt wird sie ergänzend zu Physiotherapie und kontrolliertem Belastungsaufbau; der richtige Zeitpunkt richtet sich nach dem Heilungsstand. Wie wir Verletzungen an Sehnen, Bändern und Muskeln insgesamt behandeln, lesen Sie in Kürze auf einer eigenen Seite Sehnen-, Bänder- & Muskelverletzungen.

Was kostet die Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie zählt zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und wird in der Regel von den privaten Krankenversicherungen erstattet. Pauschale Preisangaben helfen selten weiter, denn der Umfang der Behandlung hängt von Befund und Verlauf ab. Unser Weg ist deshalb ein anderer: Wir informieren Sie vor Behandlungsbeginn persönlich über den zu erwartenden Nutzen, den Ablauf und die Kosten – damit Sie in Ruhe entscheiden können. Wie wir mit Privatleistungen grundsätzlich umgehen, erklärt in Kürze die neue Seite IGeL & Privatleistungen.

„Die Stoßwellentherapie ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge, wenn Sehnen dauerhaft gereizt sind – an der Schulter, am Ellenbogen oder an der Ferse. Was ich an ihr schätze: Sie kommt ohne Eingriff und ohne Medikamente aus. Wir geben dem Gewebe einen gezielten Impuls, damit es wieder in die Heilung findet. Und wir sagen vorher klar, was die Behandlung leisten kann, was sie kostet – und wann ein anderer Weg der bessere ist."

Dr. med. Jürgen Schwickal-Melotüber den Stellenwert der Stoßwelle

Häufige Fragen

Was kostet die Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird in der Regel von den privaten Krankenversicherungen erstattet; die Kosten richten sich nach Befund und Behandlungsumfang. Konkrete Zahlen nennen wir Ihnen vor Behandlungsbeginn im persönlichen Gespräch – zusammen mit einer realistischen Einschätzung, welchen Nutzen Sie erwarten können. Einen Überblick gibt in Kürze die neue Seite IGeL & Privatleistungen.

Tut die Behandlung weh?

Die Impulse sind deutlich spürbar und können an gereizten Stellen kurz unangenehm sein. Die Intensität lässt sich anpassen und wird gemeinsam mit Ihnen eingestellt; eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Das hängt vom Befund ab. Meist genügen wenige Anwendungen – drei bis fünf –, um eine gute Regeneration des Gewebes zu erreichen. Bei Bedarf lässt sich die Behandlung problemlos wiederholen.

Hat die Stoßwellentherapie Nebenwirkungen?

Gravierende Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Vorübergehend kann die behandelte Stelle gerötet oder druckempfindlich sein. Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klären wir vorab bei der Untersuchung.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten wissen, ob Ihre Beschwerden für eine Stoßwellentherapie geeignet sind? Dann beginnen wir dort, wo jede gute Behandlung beginnt: bei der genauen Diagnose. Vereinbaren Sie einen Termin – wir untersuchen gründlich und besprechen offen, was die Stoßwelle bei Ihnen leisten kann und was nicht.

Termin vereinbaren089 – 201 89 006
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