Orthopädische SchmerzTherapie München

Stoßwellentherapie

Patellaspitzen­syndrom.

Ruhe für die Kniescheibensehne

Absprung, Landung, Stopp, Richtungswechsel – bei jedem dieser Manöver arbeitet die Kniescheibensehne wie eine Sprungfeder, die Kraft aufnimmt und wieder abgibt. Wird ihr davon dauerhaft zu viel abverlangt, meldet sie sich: Das Patellaspitzensyndrom („Jumper's Knee", zu Deutsch Springerknie) ist eine Überlastung der Kniescheibensehne, typisch für Sportarten mit vielen Sprüngen und Stopps. Beunruhigen muss Sie die Diagnose nicht – gut behandeln lassen sollte sie sich schon.

Was hinter dem Schmerz steckt

Die Kniescheibensehne (Patellasehne) verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein und überträgt die Kraft der Oberschenkelmuskulatur auf das Bein. Beim Patellaspitzensyndrom ist ihr Ansatz am unteren Rand der Kniescheibe – der „Patellaspitze" – gereizt. Der Schmerz sitzt deshalb sehr genau lokalisierbar unterhalb der Kniescheibe, anfangs oft nur nach Belastung, später auch währenddessen. Häufig betroffen sind Aktive in Sportarten wie etwa Volleyball, Basketball oder Fußball – grundsätzlich kann es aber jeden treffen, der seine Kniescheibensehne wiederholt stark belastet.

Nicht zu verwechseln ist das Springerknie übrigens mit dem „Läuferknie": Dort schmerzt die Außenseite des Knies, weil ein Sehnenstrang am Oberschenkel (Tractus iliotibialis) reibt. Beim Patellaspitzensyndrom sitzt der Schmerz vorn, direkt unter der Kniescheibe – die Untersuchung schafft hier Klarheit.

Wie die Stoßwelle die Sehne unterstützt

Auf der Therapietreppe steht die Stoßwellentherapie beim Patellaspitzensyndrom auf einer frühen, schonenden Stufe – nicht-operativ und ohne Medikamente. Die konzentrierten Schallwellen werden gezielt auf den gereizten Sehnenansatz gerichtet: Sie regen dort die Durchblutung an und unterstützen die Heilung des überlasteten Gewebes. So bekommt die Sehne die Chance, sich zu erholen, statt von Belastung zu Belastung weiter gereizt zu werden.

Ablauf, Training, Belastungssteuerung

Die Behandlung ist unkompliziert: Sie sitzen mit entspanntem Bein, der Applikator wird mit Kontaktgel unterhalb der Kniescheibe aufgesetzt. Eine Sitzung dauert insgesamt etwa 10 bis 20 Minuten, findet ambulant statt und lässt sich bei Bedarf wiederholen; meist genügen drei bis fünf Sitzungen. Eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig, und den Abstand zwischen den Sitzungen legen wir nach Verlauf fest.

Dauerhaft belastbar wird die Sehne aber erst im Zusammenspiel mit angepasstem Training und kluger Belastungssteuerung: Sprungvolumen dosieren, Pausen einplanen, die Oberschenkelmuskulatur gezielt kräftigen. Einfach weiterspringen wie bisher wäre die schlechteste Option – komplette Ruhe meist auch nicht die beste. Wie viel Sport in welcher Phase sinnvoll ist, legen wir gemeinsam fest. Mehr für Aktive folgt in Kürze auf der neuen Seite Sportverletzungen.

„Das Springerknie ist typisch für ehrgeizige Sportler – und genau deshalb sage ich dazu: Tapfer weiterspringen ist keine Therapie. Die Sehne braucht zweierlei: einen Heilungsimpuls, den wir ihr mit der Stoßwelle geben, und ein Training, das sie wieder an Belastung gewöhnt, statt sie zu überfordern. Wer diese Reihenfolge respektiert, steht meist schneller wieder auf dem Feld, als wenn er den Schmerz einfach ignoriert."

Dr. med. Oliver Kossacküber das Springerknie

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein Patellaspitzensyndrom?

Typisch ist ein gut lokalisierbarer Schmerz direkt unterhalb der Kniescheibe – zunächst nach sprung- und stoppintensiver Belastung, bei fortschreitender Reizung auch während des Sports. Die genaue Diagnose stellt die Untersuchung.

Muss ich mit dem Sport pausieren?

Nicht zwingend komplett. Entscheidend ist die Belastungssteuerung: Sprung- und Stoppbelastungen werden dosiert, das Training angepasst. Was in Ihrer Phase sinnvoll ist, besprechen wir anhand des Befunds.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

In der Regel sind drei bis fünf Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche nötig. Das hängt vom Befund ab und davon, wie der Sehnenansatz auf die Behandlung anspricht; bei Bedarf lässt sich die Stoßwelle problemlos wiederholen.

Was kostet die Behandlung?

Die Stoßwellentherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird in der Regel von den privaten Krankenversicherungen erstattet. Vor Behandlungsbeginn informieren wir Sie persönlich über den zu erwartenden Nutzen, den Ablauf und die Kosten. Mehr dazu: die Übersicht Stoßwellentherapie.

Ihr nächster Schritt

Das Knie meldet sich nach jedem Training an derselben Stelle? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Kniescheibensehne. Vereinbaren Sie einen Termin – wir klären die Diagnose und besprechen offen, wie Stoßwelle, Training und Belastungssteuerung bei Ihnen zusammenspielen.

Termin vereinbaren089 – 201 89 006
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